BAYREUTH. Auf einer rund zwei Hektar großen Fläche zwischen der Esso-Tankstelle und dem Jüdischen Friedhof soll bis zum Frühjahr ein Nahversorgungs-Zentrum für die Nürnberger Straße und die angrenzenden Wohngebiete entstehen. Rund sieben Jahre arbeitet ein Bayreuther Projektentwickler bereits an dem Projekt – und aus der direkten Nachbarschaft hagelt es jetzt seit Baubeginn Proteste.
Der Projektentwickler Ankom habe „in einer Nacht-und-Nebel-Aktion binnen eines Tages Fakten geschaffen“, indem er die ganze Fläche abgeräumt und planiert habe, schimpft
Brigitte Wehrfritz, die im denkmalgeschützten Anwesen direkt neben der Baustelle wohnt und zusammen mit ihrem Mann ein Geschäft betreibt. „2001 ist die ganze Sache losgegangen.
Damals hieß es, es gehe um ein Mischgebiet mit Büronutzung und Wohnen. Das hätte uns ja nicht gestört. Aber jetzt soll da ein Ramschmarktzentrum entstehen“, sagt
Wehrfritz. In einem Brief an Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, der dem KURIER vorliegt, schreibt Brigitte Wehrfritz, dass „der erste Versuch eines Bauträgers (...) uns fast die
Existenz gekostet“ habe. Die Familie habe „dabei durch die Mithilfe der damaligen Hausbank allerdings unsere ganzen Ersparnisse und die Altersvorsorge. Wir waren als
Grundstücksnachbarn im Weg, nachdem wir unsere Rechte in Anspruch genommen hatten, um Schaden von uns abzuwenden“. Man habe außerdem erst auf Nachfrage bei der Stadt erfahren, was
dort gebaut werden solle, sagte Wehrfritz im Gespräch mit dem KURIER.
Entwicklung seit 2001
Christian Brönner, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Ankom, das seit 15 Jahren seinen Sitz in Bayreuth hat, stellt die Sache im Gespräch ein wenig anders dar:
„Wir haben das Grundstück seit Ende 2000, Anfang 2001 in der Hand – schon immer mit der Intention, dort ein Nahversorgungszentrum zu bauen.“ Damals habe es in dem Gebiet
zwischen Cosima-Wagner-Straße, Neuer Heimat und Storchennest kaum Einkaufsmöglichkeiten gegeben, „das war damals das am schlechtesten versorgte Eck von Bayreuth“, so
Brönner. Die Stadt Bayreuth habe sich entschieden, „den Königsweg für einen Investor“ zu gehen, so Brönner, und sei in Bauleitplanung und Bebauungsplanverfahren
eingestiegen. „Das ist der Weg, bei dem die Interessen aller am breitesten zu hören und abzuwägen sind“, sagt Brönner – aber eben auch ein Weg, der dauert. Denn:
andere Flächen in der Nürnberger Straße wurden in der Zwischenzeit durchaus schneller zur Bebauung mit Discountern freigegeben.
Den kompletten Bericht lesen Sie am Donnerstag in Ihrem Nordbayerischen Kurier.
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