Riesige Pyramiden, ägyptische Figuren, Sitzecken im Leoparden-Look und goldene Hände auf denen leichtbekleidete Frauen lasziv an Gogo-Stangen tanzen. Das sind die Markenzeichen des
"Rumix" im Industriegebiet. Die große Eröffnung war im April, die Umbauarbeiten – über 300.000 Euro teuer – hatten im Januar begonnen. Und so ließen es die
Disco-Gänger immer wieder Samstags krachen, getreu dem Motto: "Bayreuth kann wieder feiern", wie auf dem ersten Rumix-Flyer zu lesen war.
Doch neben tollen Partys gab es auch allerhand Ärger. Dies besagen Zahlen der Bayreuther Polizei, die KURIER online vorliegen. Die Rumix-Bilanz: Sechs Körperverletzungen, zwei
Diebstähle, eine Sachbeschädigung. Und das vom 4. April bis 9. August 2009 – dem Beobachtungs-Zeitraum der Polizei.
Der
Großeinsatz des vergangenen Wochenendes taucht hier also gar nicht auf. Hier wurden mehrere Polizeistreifen
und ein Diensthundeführer zu einer Schlägerei gerufen – ein 25-jähriger Schläger biss einem Beamten bei der Festnahme so stark in die Hand, dass er mit einer tiefen
blutigen Wunde ins Klinikum gebracht werden musste.
Hohe Dunkelziffer
Am Samstag wurde die Polizei gerufen, doch vieles bekommen die Beamten nicht unmittelbar mit. Oft werden die Taten erst im Nachhinein angezeigt – schriftlich, teils über
Anwälte.
Was hier ans Tageslicht kommt ist erstaunlich und erschreckend zugleich: eine Jochbeinfraktur, eine Gehirnerschütterung und sogar ein Schädelbruch. "Alle drei waren stationäre
Aufenthalte in Bayreuther Krankenhäusern. Die Anzeigen wurden offenbar gestellt, weil die Krankenkasse sonst nicht zahlt", sagt Polizeisprecher Stefan Walter auf Nachfrage von KURIER
online.
Die Polizei vermutet eine hohe Dunkelziffer der Taten im Rumix: "Wir wissen nur, was angezeigt wurde. Und wir nehmen an, dass da viel ohne Polizei geregelt wird." Fragen die Beamten nach den
Tätern würden die Opfer oft schweigen, so Walter: "Angaben zum Täter können in der Regel nicht gemacht werden. Da verpfeift man sich nicht gegenseitig…"
Gäste von außerhalb
Beobachtungen der Polizei zur Folge hat die Disco ein ziemlich großes Einzugsgebiet. "Da kommen viele Gäste von auswärts, aus Amberg, Weiden oder auch Wunsiedel." Gerald Schimmel,
Fotograf des Weggeh-Portals megapix4all.de, macht fast jedes Wochenende Bilder im Tanztempel. Zu KURIER online sagt er: "Der Besucheransturm ist nahezu gleich geblieben. Es ist immer ziemlich voll
dort an den Samstagen. Weniger Leute sind es auf keinen Fall geworden."
Die "Rumix"-Geschäftsführung erklärte im Vorfeld der Eröffnung, man erwarte 60 Prozent russisches und 40 Prozent deutsches Publikum. Der Szene-Fotograf teilt diese
Einschätzung und ergänzt: "Aber wohlfühlen können sich Deutsche hier auch."
Was hat sich seit dem "A9" verändert? Es sei sehr schwierig, hier einen Vergleich zu ziehen, meint Schimmel: "Im Rumix sind ganz andere Leute. Und die außergewöhnliche
Innenausstattung fällt natürlich sofort auf."
KURIER online bat den Rumix-Chef um eine Stellungnahme, dieser wollte sich jedoch nicht äußern.