16.08.2009, 15:23 Uhr
SPEINSHART. Das hungrige Knurren der Motoren dröhnt durch die Luft, die Fahrer sind heiß auf den Siegerruhm und das Publikum feiert ein Spektakel: Speinshart ist angesagt!
24-Stunden-Mofa-Rennen auf dem Barbaraberg lautet die Parole. Die Strecke ist im 13. Jahr mit knapp 1.200 Metern die bislang Längste, verraten die veranstaltenden Weekend Warriors stolz.
Erstmals gibt es zum Le-Mans-Start um 7.30 Uhr Samstagmorgens – nach einer friedlichen Rocknacht - ein kleines Feuerwerk.
97 der gemeldeten Teams sind auf der Strecke, zwei haben in letzter Minute noch einen Rückzieher gemacht und zwei werden unter Umständen noch verspätet erwartet. Manch eines der
startenden Mofas hat fünf TÜV-Besuche beim Einchecken hinter sich. „Zu schwer, zu schnell oder ohne Bremsen“, lautete die fachmännische Überprüfung. Auch den
Siegern soll nicht blind vertraut werden. Ihre Mofas werden zerlegt und haarscharf auf die Einhaltung der Speinshart-Vorschriften hin überprüft.
"Dabei sein ist alles"
Für die Fahrer wird das Rennen mehr und mehr zur Herausforderung. Galt früher noch die Devise „Dabei sein ist alles“, so geht es mittlerweile bei den meisten ehrgeizig um
den Sieg. Teams bis aus Artlenburg (Elbdeich Racer Artlenburg), Hamburg (Zündapp- Hell- Race- Team) oder Kramsach/Tirol (68-er Komreita) wollen es am Barbaraberg wissen. Doch
Titelverteidiger sind in diesem Jahr Lokalmatadore: das „Bergmafia Racing“ Team aus Speinshart. Ebenfalls aus Speinshart angetreten sind die „Waffenschmiede“ (Nummer 7)
und das „Sprengkommando Münchsreuth“ (Nummer 8).
Auch in diesem Jahr gab es mehr Anmeldungen, als die Strecke hergibt. Zum Zug gekommen sind auch das Damenteam „K.O.-Racing-Damen“ aus Schwarzenfeld (Nummer 115) sowie das gemischte
Dreierteam „Berchpower“ aus Pegnitz (Nummer 98). Was in der Boxengasse Programm ist, das verrät trefflich der Name des Pfreimder Teams mit der Startnummer 78: „24 Stunden
Schrauber“.
Mit Punkhelm und Kuhkostüm an den Start
Ob in Anzug oder „Ritterrüstung“, mit Punkhelm, im Kuhkostüm, mit rosa Socke auf dem Mofa – einige der Teams sorgten auch in diesem Jahr allem Ehrgeiz zum Trotz
für die notwendige Show fürs Publikum. Im Fahrerlager wird nicht nur geschraubt, gegrillt, gepennt und für die Fotografen gut gelaunt gegrinst, sondern bisweilen sogar richtig
Party gemacht.
So dröhnen die Bassboxen eines Autos lauter als die vorbeirasende Mofameute und vor einem der Zelte steht ein kleiner Aufblasswimmingpool bereit. Ab und zu kommen hier auch eigenwillig
Gefährte vorbei, die nicht auf die Strecke gehen, unter anderem eine Mischung aus Mofa und Bierbank. Von den Veranstaltern in diesem Jahr ermittelt wurde „das längste Team“
alias die insgesamt 5,81 Meter langen „Elbteich Racer“.
Speinshart ist nicht nur etwas für die harten Jungs, die richtig Spaß verstehen und als Bad Bernecker Feinstaubproduzenten, Abgas Cowboys Günterthal, Mofawikinger oder Biwaricher
Mofaschrotter an den Start gehen. Speinshart ist auch etwas für sportliche Mofa- und Partygirls und den Nachwuchs von morgen. Der steht heute bereits mit dem Schallschutzkopfhörer am
Streckenrand.
stn
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