11.08.2009, 16:55 Uhr
Von Klaus Trenz
Für die eingefleischten Fans ist das Taubertal-Festival bei Rothenburg ob der Tauber das schönste der Welt. Man kann darüber zwar geteilter Meinung sein, aber darüber streiten, braucht man nicht: Mit Sicherheit ist es eines der schönsten Deutschlands und mit Sicherheit in Bayern und das hat einige Gründe.
Die Liebhaber des dreitägigen Taubertal-Festivals - am vergangenen Wochenende ging es zum 14. Mal über die Bühne – kommen auch wegen des Musikprogramm, dass an Abwechslung und Ausgewogenheit nichts zu wünschen übrig lässt. Klar. Aber: Ein nicht kleiner Teil des Publikums kommt wegen des Gute-Laune-Festivals selbst.
Wer auf der Hauptbühne und der kleinen Sounds for nature-Bühne rockt, ist für das Stammpublikum schon fast Nebensache, selbst wenn es an diesem Wochenende unter anderem Maximo Park, Farin Urlaub und sein Racing Team, Clueso, The Rifles, Flogging Molly oder die Toten Hosen waren. Weit über 30 Bands aus aller Herren Länder rockten das Publikum. Dazu noch rund 20 Nachwuchsbands, die sich auf der kleinen Bühne präsentierten und so etwas wie das Salz in der Suppe ausmachten.
Bierchen bei wassergekühlten Füßen
Was viele von den gut 12 500 Besuchern pro Tag auch nach Rothenburg zieht, ist der Veranstaltungsort: Die Eiswiese liegt im Tal unter der alt ehrwürdgen, mittelalterlichen Stadt. Die Tauber fließt direkt am Festivalgelände vorbei. Idyllischer geht es kaum mehr. Kurios wird es, wenn die Leute die Sitzgarnituren der nahe gelegenen „Wiesenwirtschaft“, die einen riesigen Biergarten besitzt, kurzerhand in die flache Tauber stellen und dort mit wassergekühlten Füßen ein kühles Bierchen trinken.
Wenn jetzt tausende von Menschen täglich dieses schöne Fleckchen Erde bevölkern, an dem sonst Wanderer die Natur genießen, ist es dann nicht in Gefahr? Die Frage stellt sich, wird aber vom Veranstalter schon seit vielen Jahren selbst beantwortet. Das Freiluft-Konzert ist bereits mehrmals für das vorbildliche und professionelle Engagement in Sachen Umweltmanagement ausgezeichnet worden.
Sound for nature
Sounds for nature ist nicht nur ein Lippenbekenntnis sondern Programm und ein Kooperationsprojekt zwischen dem Bundesamt für Naturschutz, der Musik-Agentur K.O.K.S Music der Deutschen Rockstiftung und dem Institut für Umweltkommunikation. Es gelingt, junge Menschen über Musikveranstaltungen zu erreichen und sie mit dem Naturschutzgedanken vertraut zu machen.
Das Umweltmanagement des Taubertal-Festivals setzt zum Beispiel einen Buspendelverkehr zwischen Parkplätzen, Bahnhof und Campingplätzen ein, betreibt Umweltbildung durch einen großen Informationsstand und lässt von ehrenamtlichen Hilfskräften das Gelände ständig reinigen.
Bundesamt für Umweltschutz spricht von Pilotfunktion
Darüber hinaus achten die Sicherheitskräfte darauf, dass die Auflagen auch eingehalten werden. So gibt es die Müllberge und Schadstoffemissionen, die bei derartigen Großveranstaltungen den Spaß trüben können, nicht. Das Bundesamt für Umweltschutz meint, dass das Taubertal-Festival mittlerweile eine Pilotfunktion für viele europäische Festivals hat.
Alles in allem hinterlässt das Taubertal-Festival seit vielen Jahren einen guten Eindruck, so dass man ungeniert zu der Einschätzung kommen darf, auf einem der schönsten Festivals der Welt gewesen zu sein.
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |
Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?