01.08.2009, 11:00 Uhr
Von Ute Eschenbacher
BAYREUTH. Was muss eine singende Künstlerin mitbringen, um ein großes Publikum zu faszinieren? Natürlich eine einzigartige Stimme, ein attraktives Äußeres ist von Vorteil und eine positive Ausstrahlung schadet auch nicht, weil diese sich bestenfalls beim Live-Konzert auf direktem Wege...
Was muss eine singende Künstlerin mitbringen, um ein großes Publikum zu faszinieren? Natürlich eine einzigartige Stimme, ein attraktives Äußeres ist von Vorteil und eine
positive Ausstrahlung schadet auch nicht, weil diese sich bestenfalls beim Live-Konzert auf direktem Wege auf die Zuhörer überträgt.
Die österreichische Pop- und Folksängerin Coshiva hat von all dem so viel, dass während ihres Auftritts am Donnerstagabend im Harmoniehof der Schlosskirche beim ersten Open Air der
Brustkrebsinitiative SenoCura sehr schnell eine entspannte, lockere Atmosphäre entstand und nichts schief ging. Die sanfte, melancholische, jazzig angehauchte Musik der Österreicherin
erwies sich als genau das Richtige für diesen lauen Sommerabend Ende Juli, der vielleicht noch wärmer hätte ausfallen können, aber dennoch rund 600 Zuhörer in den
historischen Innenhof lockte.
Der Verein SenoCura – Gemeinsam gegen Brustkrebs hatte die junge Österreicherin auf Empfehlung des Festivals Junger Künstler nach Bayreuth eingeladen. Der Hintergrund des Open
Airs, bei dem an den beiden Vortagen laut Professor Augustinus Tulusan jeweils rund 700 Zuschauer die Aufführung des „Jedermann“ durch das E.T.A.-Hoffmanntheater Bamberg
verfolgten, soll eine Brücke bauen zwischen Kunst und Brustkrebserkrankung. Kylie Minogue, Anastacia und Sylvie van der Vaart – sie alle teilen das Schicksal Brustkrebs. Denn nicht nur
Frauen über 50, sondern immer mehr jüngere Frauen seien betroffen, so Tulusan. Sissy Thammer, Intendantin des Festivals Junger Künstler, betonte, dass sie das soziale Projekt gern
unterstütze. „Wir haben nicht nur Walküren an Gestalt und Gesang in Bayreuth“, sagte Thammer. „Wir können uns auch anderer Musik zuwenden.“
Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin lobte den Verein für sein Engagement und dafür, dass Thema Brustkrebs in die Öffentlichkeit zu transportieren. „Wissen
hilft gegen Brustkrebs und die Angst davor“, erklärte Platzgummer-Martin.
Coshiva saß barfuß im geblümten Kleid auf einem Plüschsessel am Piano. Fast schüchtern wirkte sie, als sie die ersten Lieder ansagte, spielte aber immer befreiter im
Laufe des Abends. Die zarte Stimme der in Wien lebenden Musikerin hat eine erstaunliche Bandbreite und passte perfekt zu den selbst komponierten Texten über die Liebe und das Leben, Freiheit
und Alleinsein.
Bei manchen Songs ließ sie sich von ihrer Band, Heiko Poss (Gitarre), Jakob Schneidewind (Bass) und Fredrik Bobr (Schlagzeug) begleiten, so etwa bei „Presence of Vienna“.
Überhaupt waren viele Lieder ihres aktuellen Albums „Butterfly“ zu hören, wie „Who is you“, „These leaves“, „Tricky tricks“ oder
„Mississippi Queen“. Wobei der swingende Song „No no no“ und das unbeschwerte „Butterfly“ wegen ihres eingängigen Rhythmus’ und der beschwingten
Melodien zu den schönsten Nummern zählten. Nach der Pause war Coshivas früher Hit „Leaving today“ zu hören.
Bei „A girl like me“ griff sie zur Akustikgitarre und bezauberte auch damit ihr Publikum, in dem auffällig viele männliche Fans saßen. Erst nach einer Zugabe
ließen sie die Zuhörer ziehen, die die Leichtigkeit sichtlich genossen hatten, welche diese direkte, unverstellt wirkende Musikerin ausgestrahlt hatte. So mag man ihr nur wünschen,
dass sie diese charismatische Ausstrahlung behält und noch lange gutes Karma verströmen wird.
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