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25.07.2009, 11:00 Uhr

 

Eva und Katharina: Die Schwestern im Doppelinterview

Von Gert-Dieter Meier

Sie im Doppel zu bekommen, ist nicht eben einfach. Ihre Terminpläne sind eng gepackt, die Zeit jetzt, kurz vor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele, ist knapp. Probentermine, Tarifauseinandersetzung, Medienanfragen, der ganz normale Festspielalltag: Es geht hoch her auf Bayreuths Grünem Hügel. Eva Wagner-Pasquier (64) und Katharina Wagner (31) sind im September vergangenen Jahres zu gleichberechtigten Festspielleiterinnen berufen worden. Heute hebt sich der Vorhang für ihre erste Festspielsaison. KURIER-Redaktionsleiter Gert-Dieter Meier sprach mit den beiden Halbschwestern über ihre Arbeit am Grünen Hügel und ihre Pläne für die Zukunft.

 

Katharina Wagner (links) und Eva Wagner-Pasquier hatten ihren ersten gemeinsamen Aufrtitt als Festspielleiterinnen bei der ersten Probe des Festspielchores Mitte Juni in Bayreuth. Foto: Lammel
Katharina Wagner (links) und Eva Wagner-Pasquier hatten ihren ersten gemeinsamen Aufrtitt als Festspielleiterinnen bei der ersten Probe des Festspielchores Mitte Juni in Bayreuth. Foto: Lammel
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Katharina Wagner (links) und Eva Wagner-Pasquier hatten ihren ersten gemeinsamen Aufrtitt als Festspielleiterinnen bei der ersten Probe des Festspielchores Mitte Juni in Bayreuth. Foto: Lammel
Neben viel Applaus (insbesondere für die Sänger) gab es im vergangenen jahr auch Buhrufe für Katharina Wagners "Meistersinger"-Inszenierung in Bayreuth. Foto: Lammel
Wagner umsonst und draußen erleben - das ist seit vergangenem Jahr auch in Bayreuth möglich. Unser Bild zeigt die gelungene Premiere für das Public Viewing 2008 auf dem Volksfestplatz. Heuer wird bei der Siemens-Festspielnacht am 9. August "Tristan und Isolde" gezeigt. Foto: Ritter
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Frage: Am 1. September 2008 hat der Stiftungsrat Sie als Doppelspitze zur Leitung der Bayreuther Festspiele gekürt. Monate später haben Sie dann Ihre Verträge erhalten. Und nun also starten Sie und wir in die erste Spielzeit, in der zwei Frauen auf Bayreuths Grünem Hügel das Sagen haben. Bayreuth wird weiblich – was bedeutet das?

Katharina Wagner: Man darf sicherlich keine Wunder erwarten in dieser ersten Spielzeit. Aber es gibt doch Veränderungen – deutliche sogar. Es wird erstmals eine Wagneroper für Kinder geben. Und wir bieten Einführungsvorträge mit konkretem Bezug auf die aktuellen Inszenierungen an. Neben dem Public Viewing (am 9. August mit der Übertragung von „Tristan“), das es ja im vergangenen Jahr schon gab. Zum anderen achten meine Schwester und ich sehr genau auf die Qualität bei der Arbeit hier am Hügel. Und wenn wir der Ansicht sind, dass es etwas zu verbessern gibt, dann wollen wir solche Verbesserungen auch haben. Erwarten kann man von uns zudem, dass wir alles tun, um Bayreuth wieder zum Vorreiter in Sachen Wagner-Rezeption zu machen. Da sind wir dabei. Das wird man in dieser Spielzeit noch nicht spüren. Ab nächstem Jahr aber wird man merken, dass in Bayreuth anders besetzt wird.

Frage: Gleichwohl noch mal die Frage: Zum ersten Mal in der Festspielgeschichte leiten zwei Frauen das Unternehmen. Macht das nicht einen Unterschied? Sind Chefinnen nicht anders als Chefs?

Eva Wagner-Pasquier: Chefinnen sind die angenehmeren Chefs! Es gibt ja viele, die lieber mit Frauen als Vorgesetzten arbeiten. Wobei ich das Thema als solches nicht als sonderlich bedeutend einstufen würde. Das hat sich so ergeben. Und das ist so. Wir werden ja nun nicht mehr darüber nachdenken, dass wir zufällig Frauen sind. Ein überflüssiges Thema!

Katharina Wagner: Ich sehe das auch nicht als vordringliches Thema an. Ich bezeichne mich beispielsweise auch als Regisseur. Und nicht als Regisseurin.

Frage: Wie würden Sie denn jeweils Ihren Führungsstil beschreiben?

Eva Wagner-Pasquier: Unsere Führungsstile unterscheiden sich sicherlich schon deshalb, weil wir zwei unterschiedlichen Generationen angehören. Ich bin da eher old fashion. Katharina ist mir durch die ganzen technischen Mittel in manchen Dingen voraus. Wir unterscheiden uns, ja. Sie duzt viele Leute im Haus, ich würde das nie tun. So unterschiedlich wir auch sein mögen, wir arbeiten für ein Unternehmen. Und sind in der Außenwirkung eine Einheit. Was wir bisher getan haben, ist alles abgesprochen. Da gibt es keine Unebenheiten, keine Differenzen. Unsere Büros liegen nebeneinander, die Türen sind offen. Und es gibt eine klare Vertrauensbasis zwischen uns.

Katharina Wagner: Wir besprechen jede Pressemitteilung, die rausgeht. Und sind über jede Besetzungsänderung informiert. Ohne Absprachen und Vertrauen geht es nicht. Nur so funktioniert eine Doppelspitze.

Frage: Und doch kursieren auch schon Gerüchte, wonach Sie verkracht wären. Und „nie“ in Bayreuth seien …

Katharina Wagner: Wir beide haben dem Verwaltungsrat der Festspiele nie verheimlicht, dass wir noch Verträge haben. Der Verwaltungsrat wusste, dass Eva noch in Aix beschäftigt sein und ich auf Gran Canaria inszenieren würde. Das war klar kommuniziert. Und nicht mehr änderbar. Weil wir uns an Verträge halten. Zudem haben wir uns abgesprochen, dass die Festspiele in Bayreuth zu keiner Zeit vernachlässigt werden. Auch wenn die eine oder andere mal nicht da sein sollte: Der Betrieb funktioniert. Aber vielleicht ist es ja genau das, was dem einen oder der anderen nicht gefällt.

Frage: Sie mussten sich ja nicht nur in Sachen Arbeitsweise aneinander gewöhnen, sondern auch menschlich miteinander warm werden. Immerhin kannten Sie sich, obwohl Halbschwestern, so gut wie gar nicht.

Katharina Wagner: Wobei dieser Prozess schon begann, bevor es zur gemeinsamen Festspielleitung kam. Da war schon Nähe aufgebaut worden, die auch eine spätere andere Konstellation sicherlich nicht zerstört hätte.

Eva Wagner-Pasquier: Wir haben uns schon sehr früh getroffen, ohne dass jemand davon gewusst hätte. Aber es stimmt: Wir sind uns menschlich sehr nahe gekommen in den letzten Monaten.

Frage: Es fällt auf, dass Sie Frau Wagner-Pasquier, sich sehr, sehr selten in der Öffentlichkeit sehen lassen. Und Sie, Frau Wagner, die eigentlich „öffentliche“ Festspielleiterin sind. Kommen Sie beide mit dieser Rollenaufteilung gut zurecht? Und: Ist diese Aufteilung bewusst gewählt?

Katharina Wagner: Ja! Nehmen Sie das Beispiel Interviews: Geben wir beide eines und unterscheiden uns auch nur minimal in der Aussage zu einem Thema, dann heißt es gleich: Die beiden sind nicht einer Meinung! Und das könnte, über kurz oder lang, zu vielen Problemen führen. Deshalb finden wir beide es richtig, dass nur eine spricht. Und nachdem das bei mir auch im vergangenen Jahr schon zum Tagesgeschäft gehört hat, mache ich das eben häufiger. Wobei ich, wenn ich etwas zu den Bayreuther Festspielen sage, immer für uns beide spreche.

Eva Wagner-Pasquier: Es macht tatsächlich keinen Sinn, dass wir immer und überall als „Doppeltes Lottchen“ auftreten. In der Vergangenheit habe ich deshalb selten Interviews gegeben, weil es so gut wie nie um meine Arbeit in Aix, sondern immer um Bayreuth und familiäre Fragen ging. Die Situation war schwierig genug.

Katharina Wagner: Schwierig war die Lage übrigens auch in Bayreuth. Für fast alle Seiten. Als Journalist durfte man nirgends rein. Fragen sollte man nicht. Und gesagt wurde einem schon gar nichts.

Andererseits konnte man fast die Uhr danach stellen, dass gerade aus den Reihen der eigenen Familie gegen die Festspiele geschossen wurde. Wobei man sagen muss, dass die Pressepolitik dieses Hauses bisweilen merkwürdig war. Da wurde viel zu häufig auch auf unwichtige Dinge reagiert. Was mich nur immer wundert: Wenn Teile der Familie wirklich ein ernsthaftes Problem mit den Festspielen oder ihrer Leitung hätten, dann sollte man doch erwarten, dass sie diese Fragen nicht über die Medien diskutieren. Dann sollte man sich an einen Tisch setzen und die Probleme ausdiskutieren. Anstatt schmutzige Wäsche in den Medien zu waschen.

Frage: Sie wären bereit für den großen runden Tisch der Familie Wagner?

Eva Wagner-Pasquier: Aber sicher! Wir haben auch schon Kontakt zu verschiedenen Familienmitgliedern aufgenommen. Wobei wir jetzt keine Namen nennen werden.

Katharina Wagner: Uns ist nur wichtig, dass nicht immer Familienprobleme öffentlich gemacht und Dinge in die Öffentlichkeit getragen werden, die da absolut nicht hingehören. Andere Familien tragen ihre Streitigkeiten auch nicht in der Öffentlichkeit aus. Und so viel Anstand sollten wir auch haben. Auch wenn wir Wagner heißen.

Frage: Es ist ja eine neue Offenheit spürbar am Grünen Hügel. Es gibt Transparenz dort, wo früher schwere Nebel hingen. Ist diese neue Unternehmensführung ein Schwerpunkt, den Sie sich für Ihre erste siebenjährige Amtszeit vorgenommen haben? Und: was wären andere Schwerpunkte?

Eva Wagner-Pasquier:Stichwort Öffnung: Vieles ist ja im vergangenen Jahr schon geschehen. Aber wir haben, mit unserer Berufung, weitere Schritte eingeleitet. Unsere Büros sind im Erdgeschoss, nahe dran an der Bühne. Auch das künstlerische Betriebsbüro haben wir in die Nähe gebracht. Die Mitarbeiter können uns jederzeit ansprechen – wir pflegen eine Politik der offenen Tür.

Katharina Wagner: Wir wollen als Bayreuther Festspiele verstärkt als Dienstleister in Erscheinung treten. Und denen, für die wir da sind, signalisieren: Wir freuen uns, dass ihr kommt! Und wir wollen euch entsprechend empfangen. Deshalb haben wir auch den Pressebereich modernisiert. Die Zeiten, da man nach Bayreuth „durfte“, sind sicherlich vorbei. Wir wollen und müssen Service bieten. Im Internet, in Form des Public Viewings, mit dem Angebot für Kinder, mit den inszenierungsbezogenen Einführungsvorträgen. Das sind alles Dinge, die nicht revolutionär neu sind. Das machen andere schon länger. Unser Ehrgeiz ist es aber, die Dinge besonders gut zu machen und höchste Qualität zu bieten. Gerade dafür nämlich sollten die Bayreuther Festspiele ja stehen.

Frage: Damit sind wir ja schon bei der Frage, was grundsätzlich von den Festspielen erwartet wird. Die Messlatte, die von außen an die Festspiele angelegt wird, ist eigentlich schnell erläutert: Jeder Opernfan erwartet in Bayreuth die besten Stimmen – und viele Neuentdeckungen. Die einfache Frage: Wie kriegt man denn diese Ansprüche umgesetzt?

Katharina Wagner: Das genau ist die große Frage (lacht). Zunächst: Natürlich muss es unser Ziel sein, die jeweils beste Mannschaft für Bayreuth aufzustellen. Klar ist aber auch – und ich sage das an die Adresse derer, die steif und fest behaupten, dass damals alles besser gewesen sei –, dass wir deshalb nicht Frau Nilsson ausgraben können. Der Markt heute ist, wie er ist. Gerade für die schweren Partien können Sie die sehr guten Sänger an fünf Fingern abzählen. Die Konsequenz wäre dann, notfalls ganz auf „Tristan“ oder „Siegfried“ zu verzichten, wenn die erste Garde schon verplant oder nicht zu haben ist.

Frage: Ist Bayreuth noch in der Situation, dass noch immer jeder hierher kommen will – trotz der vergleichsweise niedrigen Gagen?

Eva Wagner-Pasquier: Die Gagen hier sind keine Diskussion. Wie man überhaupt die ganze Stimmen-Diskussion etwas relativieren muss, wie ich meine. Man kann ja nicht ernsthaft behaupten, dass hier in den letzten Jahren nur schlechte Sänger gesungen hätten. Das ist sicherlich nicht der Fall. Und wenn ich mir diesen „Tristan“ anschaue: Das, was ich in der Generalprobe gehört habe, war absolut hervorragend, bis in die kleinste Rolle. Und das war doch auch in der Vergangenheit nicht anders. Vor ein paar Jahren hat Nina Stemme hier Freia gesungen und Violeta Urmana eine Norn. Und keinem sind sie groß aufgefallen. Aber heute sind sie, Gott sei Dank, die großen Stars.

Und als eine Nilsson zum Star wurde, hatte sie viel mehr Zeit, sich zu entwickeln. Sie sang erst die kleinen Partien und reiste zwischendurch nicht noch anderswo hin. Los Angeles, Salzburg, Baden-Baden – die großen Sänger sind heute eben überall gefragt.

Frage: Und die weltweite Wagnerei ist ja nicht etwa auf dem absteigenden Ast, im Gegenteil: Es scheint immer mehr Aufführungen zu geben.

Eva Wagner-Pasquier: Stimmt, der Meister ist populärer denn je. Überall gibt es frische Ideen und neue Ansätze. Und alle Häuser arbeiten auf 2013 zu.

Frage: Wundert es Sie nicht manchmal selbst, welche Faszination dieser Herr Wagner ausübt?

Eva Wagner-Pasquier: Doch! Und wenn man dann noch darüber nachdenkt, dass man mit so einem verwandt ist (lacht) – merkwürdig genug.

Frage: Es gibt, den Spielplan betreffend, nur noch eine sehr spannende Frage: Wer den „Ring“ im Jahre 2013 macht. Wer macht ihn denn?

Eva Wagner-Pasquier: Da laufen Gespräche – und wir hoffen, den Namen Ende dieser Spielzeit bekanntgeben zu können.

Katharina Wagner: Ich kann Sie beruhigen: Wir wissen, dass dieser „Ring“ 2013 gerade in Bayreuth eine besondere Herausforderung darstellt. Weil eben jeder den „Ring“ plant. Aber wir den besonderen wollen. Was wir sagen können: Es wird jemand werden, der eine diesem Anlass würdige Inszenierung abliefern wird.

Frage: Es hieß lange Zeit, Sie selbst würden es machen …

Katharina Wagner: Das war eigentlich Papas Idee, zu der ich auch nicht lange gefragt wurde. Er meinte, dass sich Bayreuth mit der Regisseurin Katharina Wagner, die ja auch Urenkelin des Komponisten ist, in jedem Fall abheben würde. Diese Option „Geburtstagsgeschenk an den Urgroßvater“ hätte funktionieren können – aber nicht müssen. Als wir dann aber die Leitung übernahmen, waren wir uns einig, dass diese Option ausscheiden sollte.

Frage: Gab es für Sie eigentlich mal die Option oder den Traum, selbst Regie zu führen, Frau Wagner-Pasquier:

Eva Wagner-Pasquier: Wer? Ich? Nie! Es gab zwar mal ein Angebot, die „Walküre“ in Genf zu machen – aber ernsthaft habe ich mich mit diesem Thema nie beschäftigt.

Frage: Welche Aufgaben sollten denn die Festspiele bei den Wagner-Festivitäten im Jahr 2013 ausüben?

Katharina Wagner: Es wird die Aufgabe der Festspiele sein, die Festspiele und Richard Wagner vielseitig und möglichst qualitativ hochwertig zu repräsentieren. Zudem werden wir ja, quasi als unser Geschenk an die Öffentlichkeit, den ganzen „Ring“ für das Public Viewing anbieten. Und als besonderes Schmankerl die Premiere übertragen. Außerdem denken wir darüber nach, die Frühwerke aufzuführen …

Eva Wagner-Pasquier: … aber nicht im Festspielhaus, sondern in der Stadt.

Frage: Auf der großen Festspielbühne gibt es heuer keine Neuinszenierung. Dafür auf der Probebühne IV. Wagner für Kinder wird da gespielt. Mal ganz ehrlich, passt das zu den großen Festspielen?

Eva Wagner-Pasquier: Wagner für Kinder war ja schon Teil unseres gemeinsamen Konzeptes. Ich halte das für eine gute Idee. Und man wird jetzt sehen, wie das ankommt. Wir haben jedenfalls schon viele Ideen für die kommenden Jahre. Diese Öffnung tut den Festspielen sicherlich gut.

Frage: Eignet sich hierfür eigentlich jedes Stück?

Katharina Wagner: Das ist ja gerade die große Kunst, jedes Werk Kindern zugänglich zu machen. Man kann sich ja nicht, um ein Beispiel zu nehmen, um den „Tristan“ drücken, indem man sagt: Das ist hohe Kunst, ds geht nicht für Kinder. Für mich liegt die Herausforderung gerade darin, den Kindern auch „Parsifal“ und „Tristan“ anzubieten und verständlich zu machen. Alles andere wäre Drückebergerei. Und drücken wollen wir uns hier vor gar nichts.

Frage: Kommen wir zum Public Viewing. Am 9. August wird „Tristan“ gegeben. Live übertragen vom Festspielhaus auf den Volksfestplatz. Tristan umsonst und draußen – kommt das bei dieser Inszenierung an?

Katharina Wagner: Ich mag diese Inszenierung sehr gerne. Und denke, dass sie absolut kameratauglich ist. Ich habe schon erste Bilder gesehen, die für die CD-Einspielung gemacht wurden – das wird richtig spannend! Wobei: „Tristan“ bleibt nun mal „Tristan“. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich verspreche mir angesichts der außergewöhnlichen Licht- und Tontechnik, die nur dank des Engagements von Siemens hier machbar ist, einen sehr besonderen Abend.

Frage: Die Festspiele haben sich seit dem Rücktritt Ihres Vaters als Alleingesellschafter der Festspiele-GmbH gründlich verändert. Seither müssen und wollen Bund, Land und Stadt mitreden, wann immer es grundsätzlich wird. Ist das Leben auf dem Grünen Hügel komplizierter geworden?

Katharina Wagner: Man würde lügen, wenn man sagt: Bayreuth ist unbürokratischer geworden! Wobei ich betone, dass uns künstlerisch niemand reinredet. Da sind wir autonom – sonst hätten wir auch unsere Verträge nicht unterschrieben. Durch vier neue Gesellschafter, die in drei Teilen öffentlich sind, müssen bestimmte Wege eingehalten werden. Das macht die Sache nicht schneller. Aber ich muss auch sagen, dass Toni Schmid als Vorsitzender des Verwaltungsrats sich sehr bemüht, die Dinge so unbürokratisch wie irgend möglich anzugehen.

Frage: Es steht, am 30. August, Wolfgang Wagners 90. Geburtstag an. Wir der in irgendeiner Weise öffentlich begangen werden?

Eva Wagner-Pasquier: Er hat unlängst geäußert, dass er mit seinen beiden Töchtern verreisen will. Er nimmt weiter Anteil am Festspielgeschehen. Dieser Tage hat er sich drei Stunden lang eine „Meistersinger“-Probe angesehen.




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