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24.07.2009, 10:55 Uhr

 

Die österreichische Norah Jones

BAYREUTH. Sie wurde in einer Bar entdeckt, lehnt aber das Angebot eines großen Labels ab, um ihr eigenes Ding zu machen. Redakteurin Ute Eschenbacher unterhielt sich mit Coshiva, dem schönen, aufstrebenden Popstar aus Österreich.

 

Frage: Was bedeutet der Name Coshiva?

Coshiva: Mir war es wichtig, einen einzigartigen Künstlernamen zu haben. Nachdem ich englischsprachige Musik komponiere, wollte ich einen Namen, der nicht österreichisch klingt. Coshiva ist ein Phantasiename und ist abgeleitet von einer Kreiselschnecke, ein Schmuckstück in Form einer Spirale, das ich sehr gerne trage. Mein Hauptinstrument ist das Klavier, die Spirale gleicht einem Bass-Schlüssel, sie steht für mich für Weiterentwicklung – der Sinn, warum wir hier auf der Erde sind.



Frage: Sie haben auch Erfahrungen als Straßenmusikerin gesammelt. Wie sind Sie entdeckt worden?

Coshiva: Nach meiner USA-Reise spielte ich in vielen kleinen Bars und traf auf einen Produzenten, mit dem ich anschließend zusammengearbeitet habe. Ich war auf nichts festgelegt und der Spaß stand im Vordergrund – und dann war plötzlich das Album fertig. Ich fragte Ö 3, ob sie den Song „Leaving Today“ promoten könnten. Viele Fans riefen an und Universal-Österreich machte mir ein Angebot, das ich absagte. Mir war es wichtig, meinem eigenen Musikstil treu zu bleiben und mein Studium in „Multimedia Art“ abzuschließen. Ich nahm den schwereren Weg mit einem kleineren Label und schaffte einen Radiohit. Die zweite CD produzierte ich selbst.



Frage: Und das hat funktioniert?

Coshiva: Ich habe komponiert, suchte nach Förderungen, schaute mir Tonstudios an, kümmerte mich um den Vertrieb, Musiker, Grafiker, Videoproducer, übernahm das Management, die Labelarbeit und auch teilweise die Promotion. Ich habe mir vorgenommen, das Album erst einmal in Österreich zu releasen. Das hat dann total toll funktioniert. Ich landete einen Sommerhit und kam in die Charts. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort und dann ist alles wie von selber gelaufen. Ich bin froh über alle Gratis-Onlineplatformen wie Myspace, Facebook und Twitter, die es mir ermöglichen Fans aus der ganzen Welt zu erreichen.



Frage: Warum wollten Sie es lieber alleine schaffen?

Coshiva: Ich wollte einfach so bleiben, wie ich bin. Meine Musik ist für mich etwas Zartes und Heiliges. Meine Oma sagte immer: Gut Ding will Weile haben und wer sagt, dass das erste Angebot das Beste ist?



Frage: Wie würden Sie die Musik auf Ihrer zweiten CD beschreiben?

Coshiva: Sie klingt genau so, wie ich es wollte. Groovig und melancholisch mit einem Hauch von Soul. Die Songs laufen im Radio, in Geschäften und im Kaffeehaus. Mein Publikum ist jung und alt und das Album verkauft sich sehr gut. Ich habe jetzt die dritte Single „No No No“ veröffentlicht, die allerdings das Mainstream Radio nicht spielt, weil sie zu jazzig-swingig ist, aber dafür hört man sie auf privaten Radios und Web Radios.



Frage: In Österreich haben Sie sich eine Fangemeinde aufgebaut. Gab es schon Auftritte in Deutschland?

Coshiva: Ja, ich spielte dieses Jahr am Pfingst-Open Air in Passau, in München und in Warnemünde. Für eine Deutschland-Tour bräuchte ich eine Booking-Agentur – und einen Plattendeal.



Frage: Mich erinnert Ihr Musikstil ziemlich an Norah Jones. Was halten Sie von dem Vergleich?

Coshiva: Viele sagen, ich sei die österreichische Norah Jones und das ist ein Kompliment, weil ich sie mag, obwohl meine Musik schon anders klingt. Ich spiele Klavier und Gitarre und habe dieselbe Instrumentierung wie Norah Jones, aber ich komme nicht aus dem Jazz.



Frage: Was fällt Ihnen zu Bayreuth ein?

Coshiva: Ich war noch nie in Bayreuth! Aber ich freue mich schon irrsinnig darauf und bin gespannt auf das Publikum.



Frage: Wie finden Sie es, dass Sie als Botschafterin zur Aufklärung über Brustkrebs in Bayreuth auftreten?

Coshiva: Ich kann damit etwas anfangen, auch wenn ich nicht zu den Leuten gehöre, die einen Fall in der Familie haben. Aber ich finde es wichtig den eigenen Körper zu pflegen und vor allem auf die Signale und Botschaften des Körpers zu achten. Deshalb ist es für mich wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.



INFO Karten für das Konzert am Donnerstag, 30. Juli, 20 Uhr, gibt es bei der Theaterkasse, Telefon 09 21/6 90 01. Veranstalter des Open Airs ist der Verein SenoCura – Gemeinsam gegen Brustkrebs.




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