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23.07.2009, 19:15 Uhr

 

„Tristan“ statt Streik

BAYREUTH. Der angedrohte Streik bei den Bayreuther Festspielen ist offenbar vom Tisch. Bei den Tarifverhandlungen für die rund 140 Bühnenarbeiter am „Grünen Hügel“ ist eine Einigung erzielt worden. „Wir haben ein Verhandlungsergebnis“, teilte Hans Kraft von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Donnerstagabend in Bayreuth mit. Einzelheiten wurden vorerst nicht bekannt.

 

Am Samstag um 16 Uhr öffnet sich definitiv der Vorhang zur Premierenvorstellung, "Tristan und Isolde" der Bayreuther Festspiele - Jetzt ist der Streik vom Tisch. Foto: Nawrath
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Zunächst müssen der Verwaltungsrat der Festspiele und die Tarifkommission zustimmen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Ministerialdirigent Toni Schmid, war zuversichtlich, dass die beteiligten Gremien an diesem Freitag die Vereinbarung billigen. Für eine endgültige Beilegung des Tarifkonflikts ist aber auch noch die Zustimmung der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung erforderlich.

Die Gewerkschaft hatte für das nichtkünstlerische Bühnenpersonal höhere Einkommen und Verbesserungen der aus ihrer Sicht teils sittenwidrigen Arbeitsbedingungen gefordert. Für den Fall des Scheiterns der Gespräche hatte ver.di damit gedroht, die Eröffnungsvorstellung der 98. Richard-Wagner-Festspiele zu bestreiken. Dazu werden zahlreiche Ehrengäste mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Spitze auf dem „Grünen Hügel“ erwartet. Bereits am Montag hatten rund 120 Bühnenarbeiter mit einem Warnstreik dafür gesorgt, dass die Generalprobe der Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ mit 30-minütiger Verspätung begann.

Seit dem Wechsel an der Spitze der Festspiele im September 2008 sind neben dem Bund und dem Freistaat Bayern auch die Stadt Bayreuth und die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth zu gleichen Teilen an der Festspiel GmbH beteiligt. Zuvor war Wolfgang Wagner alleiniger Gesellschafter der Festspiele. Die Verhandlungen waren erst am Mittwochnachmittag, exakt 72 Stunden vor der Premiere, wieder aufgenommen wurden und dauerten bis tief in die Nacht. Nach einer sechsstündigen Unterbrechung gingen die Gespräche am Donnerstagvormittag weiter. Nach dem ersten Akt der Generalprobe der „Götterdämmerung“ verkündete die Gewerkschaft schließlich am Abend die von beiden Seiten angestrebte Einigung.



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