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17.07.2009, 15:01 Uhr

 

So waren die Festspiele 2008

Von Felix Reichstein

BAYREUTH. Samstag, der 25. Juli um 16 Uhr: Noch eine Woche, dann werden die Bayreuther Festspiele zum 98. Mal eröffnet - mit Christoph Marthalers Inszenierung von „Tristan und Isolde“. KURIER online startet eine Themenseite und blickt noch einmal zurück: So waren die 97. Bayreuther Festspiele. Wolfgang Wagner ein letztes Mal Festspielleiter, das erste Public Viewing und ein verletzter Nackedei.

 

Ein Knutscher für den Papa. Wolfgang Wagner übergibt nach 57 Jahren die Leitung der Festspiele an seine Töchter. Hier gibt's einen Premieren-Knutscher von seiner Jüngeren, Katharina Wagner
Ein Knutscher für den Papa. Wolfgang Wagner übergibt nach 57 Jahren die Leitung der Festspiele an seine Töchter. Hier gibt's einen Premieren-Knutscher von seiner Jüngeren, Katharina Wagner
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Ein Knutscher für den Papa. Wolfgang Wagner übergibt nach 57 Jahren die Leitung der Festspiele an seine Töchter. Hier gibt's einen Premieren-Knutscher von seiner Jüngeren, Katharina Wagner
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Nike Wagner, Urenkelin von Richard Wagner und Nichte des Festspielleiters Wolfgang Wagner. Foto: Lammel
Katharina Wagner und Regisseur Stefan Herheim. Foto: Lammel
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Katharina Wagner, Tochter des Festspielchefs, und der Regisseur der "Parsifal"- Inszenierung Stefan Herheim. Foto: dpa
Angela Merkel (M) spricht mit Marga Beckstein (2. v.r), der Gattin des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (l), und Unternehmensberater Roland Berger (r) beim Staatsempfang. Foto: dpa
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Es waren die letzten Festspiele unter der Leitung des Hügel-Patriarchen Wolfgang Wagner. Und der sorgte kurz vor Beginn der Uraufführung von Stefan Herheims „Parsifal“ sogleich für eine große Überraschung. Entgegen allen Spekulationen um den Gesundheitszustand ließ sich der Wagner-Enkels doch blicken. Und die heutige Co-Festspielleiterin Katharina Wagner verpasste ihm einen leidenschaftlichen Knutscher auf die Wange des Papa.

Herheims „Parsifal“-Neuinszenierung kam an: Ein szenisches und musikalisches Ereignis, meinte KURIER-Kritiker Alexander Dick. Und es gab viel Beifall vom Premierenpublikum.

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Am Abend dann lud Ministerpräsident Günter Beckstein zum Staatsempfang in den Ehrenhof des Neuen Schlosses in Bayreuth. Und hunderte Promis kamen, bei gefühlten 35 Grad: Angela Merkel (CDU), Stefan Herheim, Margot Werner, Edmund Stoiber (CSU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Dagmar Wöhrl (CSU), Dr. Beate Kuhn (SPD), Madlen Böhm ("Gesicht Bayreuths"), Nike Wagner und und und...

Livestream im Netz

Im vergangenen Jahr wurde erstmals eine Wagner-Oper aus Bayreuth live im Netz gezeigt. Die Liveübertragung der „Meistersinger von Nürnberg“ war nach Angaben von Peter Maisel, Geschäftsführer von TMT Bayreuth, „ein großer Erfolg“. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Live-Stream geben.

Pubic Viewing

Das Experiment, Wagner einer großen Menschenmenge zukommen zu lassen, ist aufgegangen. Und das Erstaunliche daran: Es war nicht nur Party, es war ein echter Opernabend. 38.000 Menschen ließen sich die Chance nicht nehmen, alle drei Akte anzuschauen. Vorüber­gehend musste der Zugang sogar geschlos­sen werden, weil sich mehr als 15 000 Men­schen auf dem Platz befan­den.

Arbeitsunfall

Gut und gerne 15.000 Menschen haben diesen Arbeitsunfall live miterlebt: Als Sixtus Beckmesser am Sonntag im dritten Akt „Meistersinger“ aus einem gewaltigen Klumpen Lehm einen Adam schuf und dieser von der Rampe sprang, rutschte der so Erschaffene, splitternackt wie er war, weg. Was zunächst harmlos aussah  – Adam strauchelte nur, aber er fiel nicht –, erwies sich hernach als Leistenbruch. Adam muss operiert werden!

Bei der Adams-Szene haben im Festspielhaus knapp 2000, auf dem Volksfestplatz, beim Public Viewing, rund 15.000 Menschen genau zugeschaut. Schließlich war’s, neben der Sekunden später folgenden „Enthüllung“ der Eva, die einzige Nacktszene einer an Ereignissen reichen Inszenierung. Die Festspiele hatten ein klitzekleines Problem: Sie brauchten einen neuen Nackedei.





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