13.07.2009, 16:00 Uhr
Von Beate Kraxner
BAYREUTH/LANGENFELD. Nach sechs Mal DSDS kennt ihn die deutsche Fernsehnation: Menderes aus Langenfeld. Ein Abschied in L.A. von seinem Idol war für ihn absolute Pflicht trotz Flug- und Platzangst. KURIER online erzählte er, wie er dem US-amerikanischen Gefängnis gerade noch entkam, was ihn mit Pegnitz verbindet, und warum er nicht bereit ist aufzugeben.
Menderes kennt Bayreuth „und zwar vom Maibaumaufstellen“, sagt er. Im Alter von zehn Jahren zog er zurück zu seinem Vater nach NRW. Zuvor hatte er rund fünf Jahre bei seiner Mutter in Pegnitz verbracht. „Das war eine schöne Zeit, in der ich viele Freunde hatte“, sagt Menderes Bagci (24). „Meine Mutter und meine Stiefgeschwister leben heute noch in Pegnitz.“ Der bekannteste Michael Jackson-Fan Deutschlands hört sich fast ein wenig deprimiert am Telefon an. Wohl eine Mischung aus Jetlag und Trauer um sein Idol.
KURIER online: Wie geht es dir heute?
Menderes: Ich bin schon sehr traurig. Am Anfang kam ich aber gar nicht klar. Vor einigen Wochen war ich als Animateur auf Kreta, da habe ich es nachts im Fernsehen gesehen. Zuerst wollte ich es gar nicht glauben; es war ja auch noch nichts bestätigt. Ich habe gedacht, dass sei wieder so eine aufgebauschte Geschichte. Am nächsten Tag habe ich es dann im Videotext gelesen: Michael Jackson ist tot. Momentan lenke ich mich aber ab und will es gar nicht wahrhaben - für mich ist Michael Jackson nicht tot.
KURIER online: Die L.A.-Reise war für dich sehr wichtig – hast du dich auf diesem Weg von Michael Jackson verabschieden können?
Menderes: Ja, schon. Ich habe auch viele Strapazen in Kauf genommen, denn ich habe Angst vorm Fliegen und zudem hab ich Platzangst. Und dann auch noch die vielen Stunden. Aber ich habe das extra für Michael Jackson gemacht.
KURIER online: Wie kam es dazu, dass du beinahe im Gefängnis gelandet wärst?
Menderes: Als ich bei der Neverland Ranch war, wollte ich einen besonders schönen Platz für die Rose finden, die ich extra für Michael gekauft hatte. Sie einfach
so ans Tor hängen, das wollte ich nicht. Dann hab ich dieses Loch im Zaun gesehen und bin durchgeschlüpft. Drinnen habe ich dann Fotos gemacht und schließlich auch einen
schönen Platz für die Rose gefunden.
Plötzlich hat mich die Security gefasst. Sie haben mich durchsucht und gefragt, ob ich Waffen dabei hätte, und ich musste meine Taschen ausleeren. Dann haben sie die Polizei geholt. Da
hatte ich wirklich große Angst, dass ich jetzt ins Gefängnis komme, das hätte ich nie für möglich gehalten, dass man für so was ins Gefängnis kommt. Aber es war
doch meine letzte Chance mich zu verabschieden. Da habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht, dass das ja eigentlich Privatgelände ist.
Schließlich hatte ich Glück im Unglück, denn RTL hat mich begleitet und die haben der Security gesagt, dass ich in Deutschland recht bekannt und großer Michael Jackson-Fan bin. Die haben mich dann gegoogelt, meine Homepage entdeckt und der Polizei gesagt, dass sie mich nicht verhaften sollen.
KURIER online: Hast du Michael Jackson denn einmal live erlebt?
Menderes: Einmal hatte ich die Chance. Das war bei während der History-Tour 96/97, da hat mich ein Mädchen aus meiner Klasse eingeladen. Aber dann kam sie nicht zum Treffpunkt und am nächsten Tag hat sie gesagt: ‚Ätsch-Bätsch, ich war da und du nicht’. Mein Vater hat mir kein Geld für die Konzertkarten gegeben und jetzt, da ich sie mir finanziert habe, passiert das. Ich hätte Karten für das Konzert kommende Woche gehabt.
KURIER online: Warum ist gerade Michael Jackson dein Vorbild?
Menderes: Als ich zehn war hat mir mein Bruder das History-Doppelalbum geschenkt – damit fing alles an. Mir ging es einfach immer gut, wenn es ihm gut ging. Ich singe seine Songs, weil sie mich glücklich machen. Ich gehe auch nie ohne Musik aus dem Haus, sonst fehlt da was.
KURIER online: Gibt es Parallelen zwischen deinem Idol und dir?
Menderes: Mein Vater und Michael Jackson sind am gleichen Tag geboren und Beide sind an einem Herzstillstand gestorben. Zu mir dagegen sehe ich da jetzt nicht so die Parallelen. Ich will ja auch nicht sein wie er, ich liebe nur seine Musik.
KURIER online: Kann es jemals einen zweiten King of Pop geben?
Menderes: Nein, niemals!
KURIER online: Was sagst du zu den neusten Spekulationen über sein Ableben?
Menderes: Die Zeitungen wollen doch nur ihre Auflage steigern. Das sind halt Vermutungen, es kann alles und nichts stimmen. Aber ich will mich damit jetzt gar nicht mehr befassen.
KURIER online: Er hat ja seine OPs immer bestritten. Glaubst du, dass er sich tatsächlich nie unters Messer gelegt hat?
Menderes: Man verändert sich halt. Wenn sie dicker werden, dann sehen sie ja auch gleich anders aus. Er hat ja kaum gegessen und hatte zudem noch diese Pigmentstörung.
Aber ich kann da auch nur mutmaßen: Nase und Grübchen hat er bestimmt machen lassen. Ich bin auch ein wenig traurig, dass er sich operieren ließ. Gerade die Nase war am Ende sehr
deformiert.
KURIER online: Würdest du dich auch operieren lassen, um deinem Idol ähnlicher zu werden?
Menderes: Ja, an der Nase. Aber das hat nichts mit Michael Jackson zu tun, sondern weil ich da so einen kleinen Höcker habe. Die Tränensäcke sollten auch weg.
KURIER online: Michael Jackson war ein Perfektionist. Du auch?
Menderes: Ich wäre gerne in allem besser. Michael Jackson hat mal gesagt, man wird nicht nur älter sondern auch besser.
KURIER online: A propos: Bald startet DSDS 2010. Bist du wieder dabei?
Menderes: Auf jeden Fall! Ich tue damit ja niemandem weh. Ich verstehe deshalb auch nicht, warum man mich da immer wieder zum Trottel der Nation erklärt. Zum Beispiel bei
der Formel 1: Da fahren die x-Runden im Kreis und verpesten die Umwelt und werden dann dafür noch bezahlt und gefeiert.
Erst jetzt bei meiner L.A.-Reise haben sie mich wieder so dumm hingestellt – ich sei im Organisieren wie im Singen gleich schlecht haben die gesagt.
Aber ich bin nicht wie die anderen, die nur mal zu DSDS wollen, um im Fernsehen zu sein. Ich nehme es Ernst, ich möchte Musik machen. Wenn sich ein Produzent bei mir melden würde,
wäre das riesig. Denn ich möchte zeigen, dass ich was drauf habe. Ich habe ja schon Auftritte und werde gebucht – auch wenn die Leute lachen, ich bin ja da um zu unterhalten.
Comedians sollen doch auch nur Leute zum Lachen bringen. Dieter Bohlen hat recht damit, wenn er sagt, dass ich noch nicht alle Töne treffe und noch weiter üben müsse. Aber ich
weiß, dass ich noch besser werden kann und es eines Tages schaffen werde!
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