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12.05.2009, 12:24 Uhr

 

Studenten protestieren gegen Gebühren

BAYREUTH. Der 13. Mai wird der Tag der Demonstrationen: Studenten gehen morgen in mehreren bayerischen Städten gegen die Studiengebühren auf die Straße. In Bayreuth formiert sich die Protestgruppe um 14 Uhr auf dem Campus, um anschließend bei einer öffentlichen Kundgebung auf dem Luitpoldplatz die Abschaffung der Beiträge zu fordern.

 

In Bayreuth formiert sich die Protestgruppe um 14 Uhr auf dem Campus, danach geht es zur öffentlichen Kundgebung auf dem Luitpoldplatz. Foto: Lammel
In Bayreuth formiert sich die Protestgruppe um 14 Uhr auf dem Campus, danach geht es zur öffentlichen Kundgebung auf dem Luitpoldplatz. Foto: Lammel
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Los geht der Demonstrationsmarsch um 14 Uhr am Rondell in der Mitte des Bayreuther Unigeländes. Der Weg führt über die Friedrichstraße und den Jean-Paul-Platz. Die Ankunft auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus in der Innenstadt ist gegen 16.30 Uhr geplant. Dort werden nach Angaben des Veranstalters SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Christoph Rabenstein, Grünen-Stadträtin Sabine Steininger und Maria Lampl, stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands, die Aktion unterstützen. Den Protest organisiert eine Gruppe Bayreuther Studenten, unter anderem Mitglieder der Grünen- und JUSO-Hochschulgruppen, die nach eigener Mitteilung „überparteilich und unabhängig für die Abschaffung der Studiengebühren eintreten“. Die Initiatoren arbeiten dabei mit dem Netzwerk SoS (Studieren ohne Studiengebühren) zusammen.

In dem Netzwerk kommen nicht nur Studierende, sondern auch Eltern und Schüler in ganz Bayern zusammen. Eine landesweite Petition auf der Internetseite www.stu- diengebuehrenbayern.de zähle bereits mehr als 29 000 Unterschriften. Der Studentische Konvent der Universität Bayreuth hat sich auf KURIER-Nachfrage bei Vorsitzendem Patrick Lindthaler gegen eine Teilnahme an der Demonstration entschieden. Einzelnen Hochschulgruppen stehe es selbstverständlich frei, für die Abschaffung der Gebühren auf die Straße zu gehen.

Keine Mehrheit im Konvent

Dass sich die Studentenvertretung nicht beteiligt, liegt daran, dass sich an der Uni Bayreuth offenbar keine Mehrheit für die Abschaffung findet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die heute Abend im Konvent vorgestellt wird. „59 Prozent sind für Beiträge. Unser Ziel ist nicht die Abschaffung“, sagte Carmen Langhanke, studentisches Mitglied in der Präsidialkommission Studienbeiträge. Die Kommission entscheidet über die Verwendung der Mittel für zentrale Einrichtungen wie dem Rechenzentrum oder dem Ökologisch-Botanischen Garten. Über einen Großteil des Geldes, anteilig vergeben nach der Zahl der Studierenden, verfügen die Fakultäten in Eigenregie. Trotz der generellen Akzeptanz der Gebühren, eins zeigt die Umfrage auch: Die Studenten wollen die Höhe der Beiträge senken.

500 Euro zahlen die Studenten der Uni Bayreuth pro Semester. Im Einzelfall kann der Antrag auf Befreiung gestellt werden. Studienanfänger zahlen im ersten Hochschulsemester 300 Euro. Ginge es laut Umfrage nach dem Willen der Studenten, die ohnehin bereit sind, einen Beitrag zu leisten, läge die durchschnittliche Höhe bei 293 Euro.

„Soziale Auslese“

Der Protest morgen findet neben Bayreuth auch in Augsburg, Triesdorf, Freising, Würzburg, Nürnberg, Coburg, Passau, Erlangen, Regensburg, Weihenstephan und München statt. Im vergangenen Jahr sind einem ähnlichen Aufruf mehr als 10 000 Teilnehmer gefolgt. Warum wird demonstriert? „Dass Studieren in Bayern stark vom Geldbeutel der Eltern abhängt, ist traurige Realität“, heißt es in der Ankündigung. Die Studie „Studiengebühren aus Sicht der Studienberechtigten“ im Auftrag des Hochschulinformations-Systems (HIS) sowie der Aufruf der deutschen Studentenwerke zur Abschaffung von Studiengebühren würden zeigen, dass die Kosten die „soziale Auslese an Deutschlands Hochschulen weiter verstärkt haben“.

Die unzufriedenen Studenten sind der Meinung, die Gebühren würden vor allem für junge Frauen und Menschen aus sogenannten bildungsfernen Schichten als zusätzliche Bildungsbarriere wirken. Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien würden entgegen dem formulierten politischen Ziel steigender Studierendenzahlen abgeschreckt. „Es kann auch aus ökonomischer Sicht nicht im Interesse Bayerns sein, talentierte Menschen auf diese Weise ihrer Chancen zu berauben“, heißt es.

Aufgeschreckt hat die Bayreuther Studenten, wie Sprecher Tilman Höffken mitteilt, dass unter diesen Umständen am 22. April im bayerischen Landtag ein Antrag der SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf Abschaffung der Gebühren abgelehnt wurde. Nun wollen die Studenten ein Zeichen setzen.




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