25.04.2009, 12:15 Uhr
BAYREUTH. In einer Serie zum Schülerzeitungswettbewerb erklärt euch x-bay die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen. Heute: Die Reportage. Um zu verdeutlichen, was die verschiedenen Textarten kennzeichnet, haben wir ein Beispiel erfunden. Die erfundene Band NumberOne gibt ihr Abschiedskonzert. Darüber berichten wir auf vier verschiedene Arten.
„Zugabe, Zugabe!“, brüllen hunderte Menschen wie aus einer Kehle. Eine merkwürdige Mischung aus Begeisterung und Trauer herrscht im Publikum. Einem Mädchen in der zweiten Reihe laufen Tränen üver die Wange. Es ist das letzte Konzert von NumberOne. Noch einmal sind zahlreiche Fans gekommen, um
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Die Reportage - erklärt von KURIER-Redakteur Frank Schmälzle |
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„Die Reportage ist die Darstellungsform, die der Literatur am nächsten ist. Der Autor bringt seine eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen ein. Eine Reportage lebt davon,
dass sich szenische Elemente und Informationen abwechseln.“ Szenische Elemente sind detaillierte Beschreibung des Geschehens. Genau so wichtig sind aber harte Fakten:
„Schöne Szenen ohne Information sind noch keine Reportage. Man braucht beides, deshalb muss man für eine Reportage auch sehr aufwendig recherchieren.“ |
Zwölf Jahre ist es her, dass die drei Schüler Michael, Alex und Christian sich zu einer Band zusammenschlossen und sie NumberOne nannten. Sieben Alben haben sie seit dem herausgebracht,
immer wieder Hits gelandet. Doch damit ist es jetzt vorbei: NumberOne löst sich auf, die drei Musiker gehen getrennte Wege. „Wenn’s am schönsten ist, soll man
aufhören“, sagte der Sänger. Als Solokünstler wollen sich alle drei versuchen, sie haben „eigene Ideen“, hieß es.
NumberOne kommt noch einmal auf die Bühne, es ist bereits die vierte Zugabe. Die Menge tobt, jeder will die letzten Minuten NumberOne voll auskosten. Noch einmal erklingt der typische
Gitarren-Sound, der die Band so berühmt gemacht hat. Noch einmal singt der Frontmann seinen größten Hit, noch einmal feiern die Fans ihre Helden. „Ihr seid die geilsten Fans
der Welt!“, ruft Michael ins Mikro. Dann stürzt er sich in die Menge und wird von unzähligen Händen getragen. Das Mädchen, das vor wenigen Minuten noch weinte, ruft
„Ich liebe dich!“, als der Sänger über sie hinweggetragen wird. Die Fans würde ihn am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben, aber schließlich steht er doch
wieder auf der Bühne. Die Trauer überwiegt jetzt die Begeisterung. Jedem im Saal ist klar: Lange dauert das Konzert nicht mehr. Das Mädchen in der zweiten Reihe ist nicht mehr die
einzige, die weint. Noch zwei Songs spielen Michi, Alex und Christian, dann legen sie ihre Instrumente ab, heben die Hände zum Gruß und verlassen die Bühne. Die letzte
Zugabe ist zu ende. NumberOne gibt es nicht mehr.
INFO: Über dieses erfundene Ereignis lest ihr in den kommenden Wochen noch ein Interview, einen Bericht und einen Kommentar. So könnt ihr die verschiedenen Darstellungsformen direkt miteinander vergleichen.
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