02.04.2009, 11:46 Uhr
BAYREUTH. Gastronomen in Stadt und Landkreis Bayreuth werden politische Mandatsträger ab sofort und bis zur Bundestagswahl systematisch nerven: Die Mehrwertsteuer auf gastronomische Leistungen muss runter.
Wenn nur die Bundesregierung mitspielen würde – die Gastronomen wären schon am Ziel: Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dürfen den Mehrwertsteuersatz für
die Gastronomie senken. Darauf hatten sich die Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten im März bei einem Gipfel in Brüssel geeinigt. Doch die Betonung liegt auf
„dürfen“. Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück hat die Steuersenkung kategorisch abgelehnt, er sehe keine Möglichkeit der Gegenfinanzierung.
Eine Argumentation, die dem Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Günther Elfert, die Zornesröte ins Gesicht treibt. Gibt es für
die Abwrackprämie eine Gegenfinanzierung? Weiß irgendwer, wie all das Geld für die Rettungsschirme de Banken aufgebracht werden soll?
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat nachgerechnet: Dem Gastgewerbe den verringerten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zu gewähren, würde den Bund in Summe vier
Milliarden Euro kosten. Auf die Debatte, ob dies in Zeiten von Konjunkturpaketen viel oder wenig Geld ist, will man sich bei den Gastronomen in der Region nicht einlassen. Andere Argumente
zählen: „Ein Absenken der Mehrwertsteuer würde den gastronomischen Betrieben endlich wieder Luft zum Atmen geben“, sagt Elfert. Sind die Kassen voller und die Steuern
niedriger, wären Arbeitsplätze in der Branche sicherer.
Müssten die Betriebe ihre Rohstoffe nicht für sieben Prozent einkaufen und 19 Prozent abführen, hätten sie die Chance, zu investieren oder sich zu konsolidieren. Viele gastronomische Betriebe leiden an einer notorisch schlechte Eigenkapitalquote. Kredite von der Bank zu bekommen, ist bei dieser Ausgangslage nicht einfach.
fs
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