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19.03.2009, 15:30 Uhr

 

Erst ein Knall, dann Feueralarm

Von Manfred Scherer

BAYREUTH. Bei einer Explosion in einem Chemielabor an der Universität sind sieben Menschen verletzt worden. Ein 26-jähriger Doktorand, der an einem Experiment arbeitete, erlitt bei der Verpuffung schwere Verletzungen im Gesicht und an den Armen. Er wurde erst ins Klinikum und dann per Hubschrauber in die Erlanger Uniklinik gebracht. Der Schaden am Labor liegt nach ersten Schätzungen bei etwa einer Million Euro.

 

Eine 26-jährige Frau wurde mit einer Rauchgasvergiftung ins Klinikum gebracht: Die Frau ist laut Informationen des Roten Kreuzes (BRK) schwanger. Weitere fünf Personen wollten sich BRK-Einsatzleiter Peter Maisel zufolge wegen gereizter Atemwege selbst zum Arzt begeben.

Die Explosion ereignete sich kurz vor 14 Uhr in einem Labor der organischen Chemie im sogenannten Bauteil 4.1 genannten Trakt des Gebäudes der Naturwissenschaften II. Ein junger Wissenschaftler, der gerade einen Stock tiefer einen Vortrag hielt: „Wir hörten einen lauten Knall, eine Explosion. Dann gab es Feueralarm. Wir sahen aus dem Fenster, aber es war kein Feuer zu sehen.“

Der Schwerverletzte bekam von Kommilitonen und Universitätsangestellten erste Hilfe und wurde noch in dem Gebäude von einem Notarzt behandelt.

Als die Feuerwehr, die mit insgesamt mehr als 50 Leuten anrückte, an dem Gebäude eintraf, hatte ein Großteil der Studenten und Wissenschaftler das Gebäude bereits geräumt. Aus einem Fenster im zweiten Stock qualmte dicker schwarzer Rauch heraus. Deshalb schalteten Mitarbeiter der Technischen Zentrale der Uni unter anderem auch die Lüftungsanlagen der umliegenden Gebäude ab.

Mit Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen begannen die Feuerwehrleute das Gebäude nach Personen abzusuchen und drangen in das Labor vor: Dort brannte eine grüne Flamme vor sich hin, wie Feuerwehrsprecher Stefan Schuh die Beschreibungen seiner Kollegen wiedergab. Anfangs liefen alle Hilfsmaßnahmen unter großer Eile, weil bis zuletzt unklar blieb, welche Chemikalien brannten und noch in dem Labor vorhanden waren – die Einschätzung von Polizei und Feuerwehr lautete: Weitere Explosionsgefahr nicht auszuschließen. Laut Polizeisprecher Stefan Walter: „Es war bis zuletzt unklar, was brannte und welche Stoffe ausgetreten sind. Zum Glück hat da draußen ein starker Wind geweht, so dass man bald eine mögliche Gefährdung ausschließen konnte.“

Die Vizekanzlerin der Uni, Ricarda Rabenbauer, sagte auf Anfrage, der schwer verletzte Doktorand habe allein an einem Experiment gearbeitet. In dem kommenden Tagen werde die Uni in dem Fall auch die Frage der Versicherung für Gebäudeschaden und Verletzte prüfen.





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