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18.02.2009, 10:00 Uhr

 

„Hunderprozentig nicht der Täter“

Von Ute Eschenbacher

BAYREUTH/MARKTREDWITZ. Der Mann, den Marktredwitzer Schüler als den auf dem Phantombild der Bayreuther Polizei abgebildeten erkannt haben wollen, ist nicht der gesuchte. Das bestätigte Pressesprecher Stefan Walter gestern auf Anfrage.

 

Nach der versuchten Entführung einer Neunjährigen in Bayreuth konnte von dem Täter ein Phantombild erstellt werden.

Seit Wochen sucht die Polizei fieberhaft nach den Männern, die in Speichersdorf, Bischofsgrün und Bayreuth junge Mädchen auf der Straße angesprochen haben (mehr...). In zwei Fällen sollen die unbekannten Männer versucht haben, die Schülerinnen in ihre Fahrzeuge zu zerren. Auf Grund des Vorfalls in Bayreuth hat die Polizei ein Phantombild erstellt, worauf sie inzwischen rund 120 Hinweise erhalten hat.

Eine konkrete Spur sei jedoch nach wie vor nicht darunter, hieß es gestern. Auch die kürzlich in Speichersdorf durchgeführte Verkehrsbefragung von Autofahrern in den Morgenstunden brachte keine neuen Erkenntnisse.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, ein am Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz aufgetauchter angeblicher Lehrer, sei möglicherweise der Täter aus Bayreuth. Die Polizei überprüfe nun, ob der Mann für „ähnlich gelagerte Fälle im Bayreuther Umland in Frage kommt“.

Doch Walter dementierte den Bericht, der teilweise „frei erfunden“ sei. Der Mann, der der Polizei namentlich bekannt ist und in Weiden lebt, sei definitiv nicht der Täter. „Der Hinweis wurde überprüft. Der Mann scheitert als Täter für unsere Fälle mit hundertprozentiger Sicherheit aus“, sagte Walter.

Schüler hätten den Hinweis auf den Mann gegeben, so Walter. „Er ist als eine von vielen Spuren eingegangen und wurde vorgezogen überprüft.“ Jedoch habe sich der Hinweis als gegenstandslos erwiesen.

Unwahre Darstellung

In dem Bericht wurde zudem eine Gegenüberstellung mit der Schülerin erwähnt, die in der Egerländerstraße belästigt worden war. Sie habe den Mann „zunächst nicht identifizieren“ können, schrieb „Bild“. Auch dies entspreche nicht der Wahrheit, erklärte Walter, der sich über die unseriöse Darstellung ärgerte. Der Pressesprecher der Bayreuther Polizei will nun eine Beschwerde beim Presserat prüfen lassen. Die Ermittlungsgruppe bei der Bayreuther Polizei geht weiterhin jedem einzelnen Hinweis zu den Vorfällen nach.

Der von den Schülern beobachtete Mann soll sich als Referent in das Gymnasium geschlichen haben. Er hatte sich zu Beginn des Schuljahres bei der Schulleitung vorgestellt und angeboten, einen Vortrag zu halten. Dabei stellte er sich als an der Universität Bayreuth tätiger Physiker vor. Auch einem Lehrer, der an der Universität Bayreuth einen nebenberuflichen Lehrauftrag hat, kam der Mann vom Sehen bekannt vor.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der vermeintliche Physiker lediglich als Zuhörer Gast in Vorlesungen war. Er besitzt offenbar tatsächlich Ähnlichkeit mit dem auf dem Phantombild dargestellten Mann. Das soll auch die Schulleiterin Gertraud Nickl bestätigt haben. Wie die Schulleitung weiterhin herausfand, habe sich der Mann mehrmals in der Mensa der Schule aufgehalten und mit Schülern gesprochen. Angeblich bot er den Kindern kostenlosen Nachhilfeunterricht an und wollte sie privat im Internet kontaktieren. Daraufhin wurde ihm Hausverbot erteilt.








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UMFRAGE

Nach der Loveparade in Duisburg werden Diskussionen um die Sicherheit auf derartigen Großveranstaltungen laut. Daher wollen wir von Ihnen wissen: Trauen Sie sich noch auf Massenevents oder bleiben Sie lieber zu Hause?

Ein mulmiges Gefühl werde ich sicherlich haben, aber das hält mich nicht vom Feiern ab. Es wird beim nächsten Mal schon nichts passieren.
Ich gehe davon aus, dass die Sicherheit bei zukünftigen Events stärker geprüft wird. Daher habe ich keine Bedenken, Großveranstaltungen zu besuchen.
Ich bleibe lieber zu Hause. Die Ereignisse haben mal wieder klar gemacht, dass die Sicherheit der Besucher nicht an erster Stelle steht.
Schon vor dieser Tragödie habe ich keine Großveranstaltungen besucht. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ausschließen.
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