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10.02.2009, 11:46 Uhr

 

So genial deppert schreibt keiner mehr

BAYREUTH. Doppelbödig. Bodenständig. Seelenverwurzelt in jedem echten Bareider. Hintergründig. Das war Erich Rappl, hoch angesehener Kulturkritiker und lange Jahre leitender Lokalredakteur des KURIERS, der im vergangenen Jahr mit 83 Jahren gestorben ist. Jetzt bringt die Studiobühne Bayreuth ein Streiflicht von Rappls Lebenswerk auf die Bühne, lässt ihn gleichsam wieder auferstehen mit „Wafner waaft widder“ – zehn Szenen aus dem Bareider Leben, zeitlos und brandaktuell.

 

Werner Hildenbrand, Günter Heumann und Beate Sturm führen Regie in dem Stück, mit dem Hildenbrand, der Leiter der Studiobühne, schon länger schwanger ging, wie er im Gespräch mit dem KURIER sagt. Schließlich habe ja Erich Rappl alias Wafner selbst zum 800-jährigen Stadtjubiläum Bayreuths selbst die Szenen ausgesucht und für die Studiobühne als Theaterfassung bearbeitet. „Ich hatte das schon ein paar Mal im Kopf, Wafner auf die Bühne zu bringen. Weil es eine so tolle Qualität ist, die es heute kaum mehr gibt. Wafners Doppelbödigkeit kann konkurrieren mit Loriot, Karl Valentin oder Heinz Erhardt“, sagt Hildenbrand.

Rappl war, wie „Wafner waaft widder“ ab der Premiere am Samstag, 14. Februar, um 20 Uhr zeigen soll, ein großartiger Beobachter, dem man sicher unrecht täte, wenn man ihn nur einen Kenner der Bayreuther nennen würde. Rappl blätterte in seinen Bayreuthern wie in offenen Büchern, ihr Seelenleben war die Musik, die ihn zum Schreiben seiner hintergründigen, gleichzeitig niemals verletzenden Glossen antrieb. wah





INFO Die Premiere findet am Samstag, 14. Februar um 20 Uhr in der Studiobühne statt. Karten an der Theaterkasse unter der Nummer 09 21/6 90 01.






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