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14.11.2008, 18:11 Uhr

 

Tragisches Unglück erschüttert Festspiele

Von Gert-Dieter Meier

BAYREUTH. Ein furchtbarer Schicksalsschlag erschüttert die Bayreuther Festspiele: Stefan Müller (32), Justiziar der Festspiele und seit Kindheitstagen eng mit Katharina Wagner befreundet, starb in der Nacht zum Donnerstag am Steuer seines Wagens. Müller war auf der Rückfahrt von Berlin nach Bayreuth. An seiner Seite saß Katharina Wagner.

 

Anwalt Müller bei einer Pressekonferenz. Foto: TMT Archiv
Anwalt Müller bei einer Pressekonferenz. Foto: TMT Archiv
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Anwalt Müller bei einer Pressekonferenz. Foto: TMT Archiv
Stefan Müller (links) bei der Verabschiedung Wolfgang Wagners. Foto: Lammel
Stefan Müller (Zweiter von links) bei der Verabschiedung Wolfgang Wagners. Foto: Lammel
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Es war nicht sonderlich viel Verkehr auf der A9, als Stefan Müller gegen 1 Uhr nachts auf der Rückfahrt von Berlin wieder oberfränkisches Gebiet erreichte. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt auf das Unglück hin, das sich wenige Minuten später abspielen sollte. Katharina Wagner, vor kurzem erst gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier zur neuen Festspielleiterin berufen, gegenüber dem KURIER: „Es gab keine Anzeichen auf irgendwelche gesundheitlichen Probleme. Stefan Müller hat keinerlei Andeutungen gemacht, dass es ihm schlecht geht“.

Und dann das: Müller sackte am Steuer zusammen, starb binnen Sekunden – während der Fahrt. Was danach passierte, schildert Katharina Wagner so: „Es ist mir irgendwie gelungen, das Auto zum Stehen zu bringen – ob ich ins Lenkrad gegriffen oder die Handbremse gezogen habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Auf einmal jedenfalls stand das Auto“.

Keiner hielt an

Nachdem der Wagen zum Stehen gekommen war, versuchte Wagner ihren „besten Freund“, wie es in der Todesanzeige der Festspielleiterin heißt, zu beatmen. Aber alle Versuche, ihn zurück ins Leben zu holen, scheiterten. Ebenso wie der Versuch, den Freund aus dem Auto zu holen. Katharina Wagner, die sich selbst „in einer Art Schockzustand“ sah, versuchte noch, einen Lastwagenfahrer anzuhalten „doch der ist einfach weitergefahren – bei manchen Menschen ist die Hilfsbereitschaft leider nicht sehr ausgeprägt.“ Sie brachte sich bei dem Versuch, mitten in der Nacht ein Fahrzeug anzuhalten, um den in Not geratenen Freund zu retten, wohl auch selbst in Gefahr, schließlich gibt es auf dem Teilstück kurz vor der Einmündung der A 72 keinen Standstreifen. Über den Notruf rief sie ärztliche Hilfe herbei. Doch beim Eintreffen des Notarztes konnte dieser nur noch den Tod des 32-Jährigen feststellen. Offenbar war Stefan Müller an den Folgen einer unentdeckten Herzmuskelentzündung gestorben, wie die gestrige Obduktion ergab. Die Trauerfeier für Stefan Müller findet am Donnerstag in der Gottesackerkirche auf dem Bayreuther Stadtfriedhof statt. Katharina Wagner, die zwischenzeitlich wieder in Berlin ist, zum KURIER: „Unser aller Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.“

Stefan Müller war viel mehr als nur der Hausjurist am Grünen Hügel. Im Jahre 2006 trat er in die Dienste des Festspielhauses. Und wurde in den Folgejahren nicht nur zum wichtigen Ansprechpartner in allen juristischen Fragen, sondern auch zum engsten Berater von Katharina Wagner. Und zum von allen Mitarbeiten geschätzten Kollegen. Peter Emmerich, Pressesprecher der Festspiele: „Er war einer von uns. Wir stehen alle unter Schock. Es ist entsetzlich!“ Noch am Donnerstag wurden die Mitarbeiter des Festspielhauses über das tragische Ereignis informiert. Katharina Wagner war dabei. Genauso, wie sie bei der Trauerfeier kommenden Donnerstag auf dem Bayreuther Stadtfriedhof dabei sein wird.

Mehr als nur ein Brotberuf

Wann immer es in der jüngeren Vergangenheit wichtige Entscheidungen am Grünen Hügel zu treffen galt, war Stefan Müller involviert. Er war es, der vor einem Großaufgebot von Medienvertretern die Ankündigung Wolfgang Wagners zu dessen Rücktritt verlas. Er saß am Tisch, als der Stiftungsrat der Festspiele die Nachfolgeregelung vorbereitete. Er war maßgeblich an der Gründung der BF Medien GmbH beteiligt. Aber er war auch, ganz privat, dabei, als Katharina Wagners „Rienzi“-Premiere in Bremen über die Bühne ging. Oder beim Public Viewing auf dem Volksfestplatz. Denn die Festspiele waren für den Verstorbenen weit mehr als nur ein Brotberuf.




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Ich bin mir noch nicht sicher, spiele aber mit dem Gedanken, meinen Account zu löschen!
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