BAYREUTH. Seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge haben Studierende verstärkt mit psychologischen Belastungen zu kämpfen. Dies ist auch an der Universität Bayreuth der Fall. Doch die Studenten werden damit nicht allein gelassen.
Untersuchungen des Deutschen Studentenwerks zum Stressproblem haben ergeben, dass es durch die Steigerung des Prüfungsdrucks eine Zunahme von psychischen Belastungsstörungen gib. Dies
bestätigten die Evangelische Studentengemeinde und die Katholische Hochschulgemeinde. Auch die Studentenkanzlei der Universität Bayreuth berichtet von einer Zunahme von Beurlaubungen
wegen psychisch bedingter Krankheitsfälle.
Mit der Einführung der neuen Studiengänge hat sich die Situation an den Hochschulen grundlegend geändert. „Früher kamen die Studenten zu mir, weil sie Lernprobleme hatten.
Heute kommen immer mehr mit Anzeichen in Richtung Burn-out-Syndrom“, sagte Helmut Lautner, psychologischer Berater des Studentenwerks an der Uni Bayreuth. Die starke Reglementierung und der
Prüfungsdruck würden in den Bachelor- und Masterstudiengängen oder die eigenverantwortliche Planung des Studiums oft zu Problemen und starken Frustrationen führen.
Keine Freizeit
Aufgrund der hohen Belastung komme es zu Erschöpfung und Schlafstörungen, die Freizeit finde kaum noch Platz. Überladene Stundenpläne und eine Häufung von Prüfungen am
Ende des Semesters überfordern die Studenten. „Bei vielen Studenten ist die Motivation im Keller“, sagte Lautner. Vieles im Lehrplan würde später nicht mehr
gebraucht.
Als Antwort auf den zunehmenden Stress der Studenten gibt es nicht nur beim Studentenwerk psychologische Beratungsstellen, auch direkt an der Universität haben Studenten die Möglichkeit,
sich professionelle Hilfe zu holen. Dies kann entweder in Form von Gesprächen oder Seminaren geschehen. „Wir haben immer mehr Studenten bemerkt, die nicht mit allgemeinen, sondern
explizit mit psychosozialen Fragestellungen zu uns kamen“, sagte Ronny Teschner, als psychologischer Berater an der Universität angestellt. Die Berater versuchen, den Studenten die
Zusammenhänge eines Burn-outs zu erklären und motivieren sie dazu, sich zu bewegen, zu entspannen und ihre Lebensphilosophie zu ändern. Wenn die Studenten nicht mehr zur Ruhe kommen,
dann sei das ein deutliches Anzeichen für Überbelastung. Dann sei es besonders wichtig, Zeit für einen Ausgleich zu schaffen. Auch Sport und der Kontakt mit Freunden über die
Hochschule hinaus helfe. „Seit einem halben Jahr arbeite ich hier an der Uni. Bisher hatte ich 65 Einzelberatungen für 41 Klienten. Die meist genannten Schwierigkeiten sind
Überforderung und Kraftlosigkeit, Selbstzweifel und Selbstdisziplin“, sagte Teschner.
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