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17.06.2008, 14:05 Uhr

 

Charmant sind sie schon

Von Ute Eschenbacher

FUSSBALL. Seit Montag ist es amtlich: Österreich muss sich ohne fußballerische Lorbeeren aus der Europameisterschaft verabschieden. Nur eine hat kein Problem mit dem Verlierer-Image: Stefanie Schöffmann, Grafikdesignerin aus Graz. Mit dem Slogan „Zu Gast bei Verlieren“, den sie auf Textilen und Taschen drucken ließ, traf sie genau den Nerv der Zeit.

 

Die 27-Jährige vertreibt ihre Fan-Artikel über das Internet und die Seite www.zugastbeiverlierern.at. Auf Mails, in denen „Anpfiff“ oder „Rückpass“ in der Betreffzeile steht, antwortet sie persönlich. Trotz des unerwarteten Geschäftserfolgs ist ihr Unternehmen nach wie vor ein Ein-Frau-Betrieb. Lediglich für den Vertrieb ihrer Produkte und die Programmierung ihrer Website arbeitet sie mit Partnern zusammen.

Modedesignerin wurde die Grazerin, die sich sonst um den Entwurf von Logos, Corporate Design oder Branding kümmert, nur durch Zufall. Denn die „Verlierer“-Idee entstand im Urlaub mit Freunden, „beim Kaffeetrinken im Südtirol am helllichten Nachmittag“, wie sie im Interview erzählt. „Wir unterhielten uns über die WM in Deutschland und blickten in die Zukunft und scherzten – und aus ,Zu Gast bei Freunden’ wurde ,Zu Gast bei Verlierern’.“ Selbstironisch stellten sie sich innerlich auf die Niederlage der Alpenrepublik ein.

Nun ist das glanzlose Ausscheiden Wirklichkeit geworden. Verärgert ist Stefanie Schöffmann darüber nicht, aber „schade find’ ich’s schon, dass wir draußen sind. Ich hätt’s den Österreichern gegönnt, wenn sie weitergekommen wären. Lustig find’ ich, dass gleich beide Gastgeber aus dem Spiel sind, die Schweizer hätten zumindest laut Tabellen-Ranking bessere Chancen gehabt.“ Die Stimmung auf den Straßen beim Spiel gegen Deutschland sei „sehr mitreißend“ gewesen, „dass hätte bei einem Gewinn von Österreich noch eine Zeit lang angehalten.“

Mal sehen, ob sich ihre rot-weißen Artikel – Tops, Kapuzenjacken, Käppis, Schweißbänder, Umhängetaschen, Buttons – nun noch besser verkaufen. „Ich finde es sehr sympathisch, wenn man über sich selber schmunzeln kann“, sagt Stefanie Schöffmann. Auch die vielen lobenden Reaktionen auf ihre „Verlierer“-Kollektion zeigten, dass „die Idee verstanden“ wird. Österreicher, Schweizer und Deutsche bestellten die Produkte, sogar Anfragen aus Übersee erreichen sie. Sätze wie „Österreich startet die Charmoffensive“ oder „Charmant sind sie schon die Österreicher“ bekomme sie immer wieder zu hören. Selbst eingefleischte, österreichische Fussballfans seien von ihrem Ansatz begeistert. „Am Ende ist nicht wichtig, wer gewinnt oder verliert. Das Spiel, der Spaß, die Euphorie, das Miteinander sind viel wichtiger“, meint die Designerin.

Komplett in die Modebranche wechseln will sie aber nicht: „Nur einfach schöne T-Shirts machen, find’ ich uninteressant. Da muss schon mehr dahinter stecken.“

Also wird sie bald wieder weiter als selbstständige Grafikdesignerin ihr Geld verdienen. Viele Projekte musste sie wegen ZGBV zurückstellen, weil es mehr Zeit in Anspruch genommen habe, als sie dachte. „Das hat mich alles ein bisschen überrollt“, sagt sie und berichtet von ihrem mit Kurverts und Taschen überquellenden Büro. Deshalb sehnt sie sich nach einer Auszeit. Fußballschauen muss sie ja jetzt sowieso nicht mehr.



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Nach der Loveparade in Duisburg werden Diskussionen um die Sicherheit auf derartigen Großveranstaltungen laut. Daher wollen wir von Ihnen wissen: Trauen Sie sich noch auf Massenevents oder bleiben Sie lieber zu Hause?

Ein mulmiges Gefühl werde ich sicherlich haben, aber das hält mich nicht vom Feiern ab. Es wird beim nächsten Mal schon nichts passieren.
Ich gehe davon aus, dass die Sicherheit bei zukünftigen Events stärker geprüft wird. Daher habe ich keine Bedenken, Großveranstaltungen zu besuchen.
Ich bleibe lieber zu Hause. Die Ereignisse haben mal wieder klar gemacht, dass die Sicherheit der Besucher nicht an erster Stelle steht.
Schon vor dieser Tragödie habe ich keine Großveranstaltungen besucht. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ausschließen.
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