100 Jahre Wohnungsgenossenschaft

War es nach dem Zweiten Weltkrieg noch wichtig, für die Menschen Wohnraum zu bauen, so liegt der Fokus der Genossenschaft mittlerweile darauf, den vorhandenen Wohnraum instand zu halten und ihn den Mietern zur Verfügung zu stellen: Das betonte der geschäftsführende Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Pegnitz (WGP), Roland Schramm. Derzeit sind 100 Prozent der Wohnungen vermietet, es gibt sogar eine Warteliste.

Die vergangenen 15 Jahre

In seinem Vortrag ging er auf die Geschichte der vergangenen 15 Jahre der WGP ein. Ab 2003 wurde eine große Modernisierung der Wohnungen unter Umweltgesichtspunkten umgesetzt. „Die Ölkannen sind aus den Treppenhäusern verschwunden und gerade die älteren Bewohner sind mittlerweile froh, dass sie sich das Schleppen sparen. Außerdem sparen wir so um die 680 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr“, so Schramm.

77 Wohnungen wurden verkauft

Während der Maßnahme sind 77 Wohnungen verkauft worden, die für die WGP nicht mehr wirtschaftlich modernisierbar gewesen wären. Das sei ein „großer Schlag“ für die Genossen gewesen, aber ohne den Verkauf wäre der Modernisierungserfolg gefährdet gewesen, ist der Vorstand überzeugt.

Energetische Sanierung

Das Engagement des früheren Pegnitzer Bürgermeisters Manfred Thümmler (CSU) bei der energetischen Sanierung hob Schramm ebenfalls hervor: Seine guten Kontakte zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die „hervorragende Vorarbeit“ seien sehr nützlich gewesen.

Auf den Ursprung des Begriffs „Genossenschaft“ ging der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab ein, der Staatssekretärin Anette Kramme als Gast mitgebracht hatte. Laut Raab komme das Wort vom mittelhochdeutschen Ausdruck für „von Not getrieben“. „Aus der Not der Wohnungsknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg sind in Pegnitz viele Wohnungen entstanden.“ Er selbst sei auch noch mit dem Begriff Baugenossenschaft groß geworden. Mittlerweile sei die WGP der größte Anbieter für sozialen Wohnraum in Pegnitz.

Wandel unter den Bewohnern

Auch wenn es einen Wandel unter den Bewohnern gegeben habe und das Miteinander unter den Bewohnern nicht mehr so groß geschrieben wird, wie früher (wir berichteten), vertrauen die Mieter und Genossenschaftsmitglieder immer noch auf den sozialen Umgang untereinander. Eine ergänzende Erklärung zum Ursprung des Wortes Genossenschaft hatte Stefan Roth vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen zum Festakt mitgebracht: Demnach bilden Menschen gleicher Gesinnung eine Genossenschaft.

Kompetente Leitung

Er lobte aber auch den Einsatz des geschäftsführenden Vorstands Roland Schramm: „Nicht jede Genossenschaft hat eine so kompetente Leitung wie Sie mit Herrn Schramm“, sagte er an die rund 40 Zuhörer gewandt. Er betonte aber auch, wie schwierig es sei, den Spagat zwischen Mieterförderung und Bestandspflege zu schaffen. Denn zum einen soll das Geld der Genossen investiert werden, zum anderen müsse der Häuserbestand gepflegt und erweitert werden.

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentar schreiben

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.
Montag, 13. November 2017 - 11:06