100 Jahre: Hedwig Mahn feiert Geburtstag

Für Hedwig Mahn hagelte es am Sonntag haufenweise Komplimente. Denn die rüstige Seniorin feierte ihren 100. Geburtstag – obwohl sie leicht als Mittsiebzigerin durchgehen könnte. „Ich lebe nicht im Seniorenheim, ich brauche keine Pflege“, sagte die Jubilarin selbst voller Stolz. Seit 2005 hat sie ein Appartement im Seniorenheim Kirschenallee. Täglich bekommt sie Besuch von ihren Kindern oder der Schwiegertochter, wird auch bekocht. „Ich wechsele mich mit meiner Schwägerin ab“, sagt Erika Puchtler, die Tochter. Für die Seniorin bedeutet das jede Menge Abwechslung. „Mir ist kein bisschen langweilig“, sagt sie und schwärmt von ihrer großen Wohnung mit eigenen Möbeln. „Was ich den ganzen Tag so mache, kann ich gar nicht sagen. Ich laufe ein bisschen rum, schaue aus dem Fenster, dann kommt Besuch – schon ist wieder ein Tag vorbei“, sagt die Seniorin, die es selbst noch gar nicht glauben kann, dass sie so alt geworden ist.

Deutschland war im U-Boot-Krieg

Als Hedwig Mahn geboren wurde, regierte in Deutschland noch Kaiser Wilhelm II, der letzte Deutsche Kaiser und König von Preußen. Der Erste Weltkrieg erschütterte Deutschland. Das Jahr 1917 zählt zu den wichtigsten Jahren in der deutschen Geschichte. Deutschland hatte den uneingeschränkten U-Boot-Krieg erklärt. In Frankreich machte Mata Hari Schlagzeilen – als Nackttänzerin und Doppelagentin. Aber 1917 war auch das Jahr, in dem zum ersten Mal der Pulitzerpreis verliehen wurde, in dem der Service-Club Lions gegründet worden ist und das Jahr, in dem die Operette „Das Schwarzwaldmädel“ in Berlin uraufgeführt worden ist.

Erinnerungen an die alte Heimat

Wenn die Jubilarin zurückdenkt, dann erinnert sie sich vor allem an das schöne Altvatergebirge, an ihre alte Heimat. Denn Hedwig Mahn stammt aus Schwarzwasser, dem heutigen Cerna Voda in Tschechien. 1946 kam Hedwig Mahn mit ihrem Mann, den sie 1938 geheiratet hatte, nach Limmersdorf. „Wenn ich gesund bleibe, dann kann ich ruhig noch ein bisschen älter werden“, findet Mahn.

An ihrem Jubeltag beglückwünschten Bürgermeisterstellvertreter Veit Pöhlmann und Landrat Klaus Peter Söllner die Seniorin. Und die Politiker hatten für die rüstige Jubilarin noch eine besondere Überraschung: einen Brief des Ministerpräsidenten und eine silberne Medaille, die die Patrona Bavariae zeigt.

"Die Arbeit hat mich jung gehalten"

„Ich habe mein Leben lang gearbeitet“, erzählt die Jubilarin und schildert, wie sie einst Bäumchen gepflanzt hat, wie sie im Wald und auf dem Feld gearbeitet hat. „Das war eine schwere Arbeit. Aber die Arbeit hat mich jung gehalten“, sagt die 100-Jährige. An ihrem Jubeltag feierte sie mit ihren Kindern Kurt (79) und Erika (78) und der ganzen Familie. Hedwig Mahn hat vier Enkel, sechs Ur-Enkel und sogar schon einen Ur-Ur-Enkel. „Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen gesund bleibe“, sagt die Seniorin und ist guter Dinge für die Zukunft.

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